In jedem schläft ein Tai Chi Meister! Bloß nicht in mir!

Sonntag, 27.05.2012

Samstagnachmittag hatten Sarah und ich uns auf Weltreise begeben. Wir wollten zusammen mit unserer chinesischen Freundin Biene bei ihr zu Hause den Euro Vision Song Contest schauen. Leider wohnt Biene „etwas“ außerhalb von Beijing und so erreichten wir nach ca. 2 Stunden Fahrt mit den öffentlichen Verkehrsmitteln Bienes trautes Heim.

 

Sie überraschte uns auch gleich mit einer selbst gemachten Nudelsuppe. Das nenne ich mal Gastfreundschaft ;-) Und zeigte uns mal was ein richtiges chinesisches Messer ist!

 

Nachdem wir unsere Bäuche gefüllt hatten, machten wir uns an Bienes Bachelorarbeit. Sie ist Germanistikstudentin in China und soll in ca. 2 Wochen ihren Abschluss bekommen. Na ja, bis dahin hat sie auf jeden Fall noch einiges zu tuen. Wir versuchten unser Bestes ihr ein paar „deutsche“ Tipps zu geben, nun muss sie da allein durch.

 

Da wir erst um ca. 2 Uhr im Bett lagen, entschieden wir uns dann doch wenigstens bis um 5 Uhr zu schlafen und nur die Punktevergabe des ESC zu schauen. Wie sich dabei herausstellte, war das auch eine kluge Entscheidung gewesen, denn die Titel rissen uns nun wirklich nicht gerade vom Hocker. Sarah zauberte uns zum Frühstücke ganz typisch deutsch Pfannkuchen. Na dafür hatte es sich auf jeden Fall gelohnt um 5 Uhr auf zustehen ;-)

Den Sonntagnachmittag verbrachte ich mit meiner Lieblingskollegin Li Zhen im Tian Tan Park. Bewaffnet mit Badmintonschlägern, Tischtennis und Snacks ging es mit dem Bus zu Park. Gerade als wir aus dem Bus ausstiegen, rief auch schon jemand nach Li Zhen. Na was für eine Zufall. Es war meine Chefin. Sie wohnt in der Nähe des Tian Tan Parks und dreht dort immer ihre abendlichen Runden.

 

So begleitete sie uns noch ein Stück durch den Park und zeigte uns ihre geheimen Lieblingsecken. Zum Abschied bekam ich noch eine private Tai Chi Stunde von ihr. Na ja, Tai Chi macht wirklich Spaß, aber an meiner Haltung muss ich definitiv noch arbeiten.

Nachdem Li Zhen und ich alle unsere Badmintonbälle in die umliegenden Bäume verschossen hatten, spazierten wir noch etwas durch den Park und schauten uns die vielen blinkenden und leuchtenden Drachen weit oben im Himmel an.

Das war wirklich ein schönes letztes Wochenende in Beijing, an welches ich noch gern und lange zurück denken werde.

 

Hoch soll SIE leben, hoch soll SIE leben, drei Mal hoch!!!

Freitag, 25.05.2012

Heute wurde ordentlich gefeiert und zwar ist die Sarah süße 22 Jahre jung geworden. Wie es sich gehört, haben wir China-Deutschen der Sarah gleich früh um 6 Uhr (also in Deutschland 24 Uhr) zu die ersten Geburtstagswünsche übermittelt.

Am Abend stieg dann die große Fete bei Sarah in der Wohnung. Zum Geburtstagskomitee  gehörten zwei Kollegen von Sarah, Vera und Nigel mit Verlobter, sowie Nathalie, Anny, Biene und ich natürlich.

Vorweg muss gesagt werden, dass der Geburtstag in China nicht groß bzw. gar nicht gefeiert wird und das hatte Sarah auf Arbeit auch zu spüren bekommen. Daher war sie auch ganz erstaunt als wir ihr auf einmal gratulierten und meinte: „Ach ja, ich habe ja Geburtstag!“. Nach der Geschenkezeremonie war dann an dem reich bestückten chinesischen Gabentisch deutlich zu sehen, dass es sich hier um eine Geburtstagsfete handelte.

 

Zusammen haben wir alle (wie immer) ein leckeres Essen auf den Tisch gezaubert. Zwischendurch erhielt Sarah, die Dank ihres obligatorischen Partyhuts als Geburtstgaskind leicht zu erkennen war, auch immer wieder Geburtstagsglückwünsche von ihren Lieben aus Deutschland via Skype. So haben wir alle auch gleich ihre ganze Familie kennengelernt.

 

Nachdem Essen durften die provisorischen Partyspiele natürlich nicht fehlen. Ich glaube Sarahs chinesischen Kollegen gehen nie wieder zu einer deutschen Fete, denn das Post-It „Wer bin ich!“ Spiel war neu für sie und ich schätze auch etwas ungewöhnlich. Aber dennoch oder gerade deswegen hatten wir alle viel Spaß und Sarah (hoffentlich) einen schönen Geburtstag in der Ferne.

 

Auf diesem Wege noch einmal „Alles Gute“ und herzlich willkommen im 22. Lebensjahr ;-)

Eine Bootsfahrt die ist lustig, eine Bootsfahrt die ist schön…. tralalala….

Freitag, 25.05.2012

Heute Abend ging es auf hohe See, nämlich oberhalb der ähh des Nordsees liegt Hou Hai, das „Königinnen Meer“.  Nathalie verlässt Beijing schon diesen Sonntag und daher war dies sozusagen unser letzter gemeinsamer „After-work-Ausflug“.

 

Sarah hatte sich von meinem Kollegen Wang das Fahrrad ausgeliehen und so haben wir uns bei sommerlichen höchst Temperaturen durch den Beijinger Feierabendverkehr gezwängt. Auf unserem Weg besorgten wir noch allerlei Leckeren, damit wir auf dem See nicht verhungerten.

 

Der Stadtteil um Hou Hai herum hat sich in den letzten Jahren zu einem multi-kulturellen Zentrum entwickelt, mit vielen Bars und kleinen Geschäften zum Souvenir-Shopping. Vom Wasser aus hatten Nathalie, Sarah, Anny und ich einen wunderschönen Blick über die beleuchtete Promenade.

Anny und ich waren auch etwas faul und so haben wir uns zwei Stunden von Sarah und Nathalie über den See schippern lassen. Die Beiden waren aber auch nicht so böse darüber, denn so saßen sie direkt an der Futterquelle ;-)

Kung Fu Kämpfer??? Neeee, wenn ich groß bin, werde ich Nobelpreisträgerin!!!!

Donnerstag, 24.05.2012

In den letzten zwei Tagen fand an der Pekinger Medizinischen Universität das 2. Hsien Wu und Ray Wu Symposium statt und ich durfte daran teilnehmen.

   

Meine lieben Leser, fühlt euch nicht schlecht wenn weder Hsien noch Ray Wu euch etwas sagen. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich die Beiden auch nicht kannte.

Hsien Wu ist ein Pionier auf dem Gebiet der Proteinbiochemie. Als einer der Ersten postulierte er, dass die Denaturierung, sprich die Entfaltung von Proteinen, nur eine Konformationsänderung ist und nicht wie bis dahin angenommen eine chemische Veränderung des Proteins.

Sein Sohn, Ray Wu, trat in die Fußstapfen seines Vaters und wurde ebenfalls Naturwissenschaftler. Sein Interesse galt in den 70er Jahren der Sequenzierung von DNA. Die von ihm entwickelte Methode wurde später von Sanger weiter entwickelt sowie perfektioniert, wofür er 1980 mit dem Nobelpreis gewürdigt wurde.

Im fortgeschrittenen Alter wandte sich Ray Wu der Gentchnik zu und wurde ein Pionier auf dem Gebiet der sogenannten Grünen Gentechnik. Ihm gelang es eine Hitze, Trockenheits, Schädlings und Versalzungs wiederständige Reissorte zu entwickeln.

Natürlich wurde auch für unser leibliches Wohl gesorgt ;-) Zwar war dies eigentlich nur für die Sprecher und deren Gäste gedacht, aber da ich ja die einzige ausländische Studentin hier an der Uni bin, viel es gar nicht auf und ich konnte ein paar sehr interessante Gespräche führen. Denn anders als bei uns wird hier strickt zwischen Vortragenden und Studenten getrennt und man hat wenig Chancen mit den Wissenschaftlern in Kontakt zu kommen. Ich liebe meinen Ausländer-Bonus in China :-)

   

Zu meinem Erstaunen waren namenhafte Sprecher unter den eingeladenen Wissenschaftlern. So bekam ich die Ehre einen Vortrag von gleich zwei Nobelpreisträgern zu hören.

Der erste war Herr Prof. Szostak, welcher ein Schüler in Ray Wus Labor war und sich mit der Genetik und der Biochemie der Rekombination von DNA beschäftigte. Im Jahre 2009 erhielt er zusammen mit seinen Kollegen den Nobelpreis für seine Arbeit an der Aufklärung der Funktion und der Struktur von Telomeren sowie der Arbeit an dem Enzym Telomerase, welches im Zusammenhang mit  der Zellalterung steht.

Die zweite Ikone auf dem Gebiet der Naturwissenschaft war mein Landsmann Herr Prof. Neher, welcher im Jahre 1991 für die Entwicklung der „Patch Clamp Methode“ mit dem Nobelpreis geehrt wurde. Dank seiner Methode ist es Wissenschaftlern möglich das Potential, welches von einem einzigen Ionenkanal in der Zellmembran erzeugt wird, zu messen.

Für mich war es sehr beeindruckend zu sehen was für eine kindliche Neugier die nun schon älteren Wissenschaftler dennoch in ihrer Arbeit finden. Dieser Forscherdrang war ansteckend und während ihren Vorträgen, bekam man das Gefühl: Genau so Wissenschaftler möchte ich auch werden. Es ist schwer zu beschreiben, jedenfalls weiß ich jetzt, ich mach das richtige, auch, wenn es ja nicht unbedingt der Nobelpreis seien muss. Aber träumen darf man ja noch ;-)

Umso erstaunlicher war es zu sehen, dass es manche meiner chinesischen Kollegen vorgezogen haben die Vorträge als kleinen Mittagsschlaf zu nutzen oder das neueste Handyspiel aus zu probieren. Leute, wenn es euch nicht interessiert, dann bleibt doch in eurem dunklen Kämmerchen und seid nicht so unhöflich so viel Desinteresse an Tag zu legen. Also erhlich!!!

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It's tea time!

Sonntag, 20.05.2012

Was ist so richtig typisch für China? Natürlich Tee!!!!! Und genau deswegen hatte mich mein Kollegen Mao zusammen mit seiner Frau Candice in ein klassisches Teehaus eingeladen.

Das Teehaus lag etwa außerhalb von der Innenstadt. Auf dem Weg dahin hatte Candice und ich gleich festgestellt, dass wir viel gemeinsam haben, wobei die größte Gemeinsamkeit wohl ist, dass wir beide Ausländer in China sind. Denn Candice stammt ursprünglich aus Malaysia und ist der Liebe wegen erst vor kurzem nach China gekommen.

Chinesischer hätte das Teehaus auch nicht sein können. Beim Betreten des unscheinbaren Hauses fühlte man sich wie in eine andere Welt versetzt. Mao erzählte mir, dass es drei verschiedene Themenhäuser in Beijing gibt, das royale Teehaus, das buddhistische Teehaus und irgendeine andere Stilrichtung, die er vergessen hatte.

Waren in dem buddhistischen gelandet und das Thema wurde konsequent durch gezogen. Man fühlte sich wie in einem kleinen Tempel. Mao wählte einen grünen Tee, ich einen äußerst leckeren Früchtetee und Candice musste sich leider mit warmen Wasser begnügen, da die beiden in kurzer Zeit zu Dritt sein werden und Tee für Schwangere nicht gut ist. Andere Länder, andere Sitten!

Wir saßen in einem kleinen extra „Abteil“, in dem wir uns nun für die nächsten 6 Stunden zusammen vergnügen konnten. Zu dem Tee gab es auch allerhand zu Essen. Angefangen haben wir mit einer großen Auswahl an chinesischen Knabbereien sowie Desserts und zum Schluss wurde ein leckeres Abendessen serviert. Da es ein buddhistisches Teehaus war, waren alle Speisen natürlich vegetarisch!

Von Beijing nach Europa in 30 min mit dem Zug

Samstag, 19.05.2012

Hier geht es zu den Bildern aus Europa.

In knapp einem Monat begebe ich mich wieder auf den Rückweg in mein normales Leben nach Potsdam. Um einem deutschen Kulturschock vorzubeugen, dachten Nathalie, die in knapp 3 Wochen wieder nach Hause fährt, und ich uns, wir stimmen uns schon mal wieder etwas auf Europa ein.

 

Zusammen mit Nathalies chinesischer Arbeitskollegin Anny machten wir  uns auf den Weg in die europäisch-chinesische Metropole Tianjin, welche knapp 140 km östlich von Beijing liegt. Tianjin ist eine wichtige Hafenstadt und eine der vier Regierungsunmittelbaren Städte, das heißt sie ist der der Zentralregierung unterstellt und hat denselben Status einer Provinz.

 

Tianjin besitzt eine sehr bewegende und lange Geschichte. Während des 19. Jahrhunderts eroberten die Europäer die chinesische Hafenstadt. In einem Friedensvertrag wurde vereinbart, dass die Europäer neue Konzessionen auf dem Festland eröffnen durften, wenn sich im Gegenzug Groß Britannien aus  Tianjin zurück zieht.  China weigerte sich jedoch den Vertrag umzusetzen und somit begann die zweite Phase des Opiumkrieges. Im Jahre 1870 gipfelten die schwierigen Verhältnisse zwischen der chinesischen Bevölkerung und den europäischen Besetzer, als Chinesen ein französisches Waisenhaus stürmen, da sie glaubten, dass dorthin chinesische Kinder verschleppt wurden. Daraufhin wurden ca. 20 Chinesen enthauptet und der damalige Präfakt aus der Stadt vertrieben.  Zwischen 1937 und 1945 regierten die Japaner die Stadt während des zweiten japanischen-chinesischen Krieges. Am Ende des zweiten Weltkrieges fielen dann auch noch die Amerikaner über die Stadt und besonders deren Frauen her. 1949 ging Tianjin dann wieder zurück an das nun kommunistische China nach einer 29-stündigen Schlacht.

 

Der Einfluss der vielen unterschiedlichen herrschenden Nationen in Tianjin ist auch heute noch deutlich zu sehen. Um 1900 herum wurde Tianjin von einer internationalen Kommission verwaltet, zu der Russland, Großbritannien, Belgien, Frankreich, Japan, Italien, Österreich-Ungarn und das Deutsche-Reich zählte.

Als erstes begrüßte uns in Tianjin jedoch nicht der multikulturelle Einfluss, sondern das extrem heiße Wetter. Auf unserer ersten Stadterkundungstour schleppten wir uns von einem schattigen Ort zum nächsten. Sehr wunderten wir uns doch über die extrem freizügigen erotischen Statuten am Flussufer. Damit hatten wir nun wirklich nicht gerechnet.

Nachdem wir die aufreizenden Statuen genauestens betrachtet hatten, ging es immer dem Fluß entlang bis zum „little Italian style twon“, der kleinen italienischen Stadt. Neben Italien waren hier aber auch noch andere Nationen vertreten, wie Frankreich und Deutschland.

 

Aufgrund der horrenden Preise verließen wir das kleine Europa recht schnell wieder und tauchten in die „Ancient Chinese Culture Street“ (der historischen chinesischen Kulturstrasse) ein. Typisch chinesisch, gab es hier alles von Hello Kitty bis über Plastikschlangen hin zu traditionellen Fächern, Stäbchen und Gebetsketten. Auch ein kleiner Tempel befand sich in dem Gebiet.

 

Reiseführer hätte sich am südlichen Ende eigentlich die Altstadt von Tianjin anschließen sollen, jedoch war hier nur eine riesige Baustelle zu sehen. Das Fortschritt in China macht vor nichts halt.

 

Wie schon erwähnt, war es an diesem Tag sehr heiß und wir könnten uns einen Eiskaffee bei KFC und grübelten was wir nun als nächsten machen sollten. Ich erinnerte mich gelesen zu haben, dass man mit der U-Bahn bis ans Meer nach Tanggu fahren kann, schließlich ist Tianjin ja auch eine Hafenstadt und so machten wir uns auf den Weg. Annie versuchte heraus zu finden mit welchem Bus wir zur U-Bahn fahren könnten und ca. 4 Leute später hatte sie auch 4 verscheiden Antworten erhalten. Auf einer Polizeistation bekam sie dann den rettenden Hinweis und wir traten unsere 40 minütige Busfahrt gefolgt von einer 30-minütgen Bahnfahrt an.

Im Bus lernten wir einen sehr netten älteren Herren kennen, der sich die ganze Fahrt über mit Annie über uns unterhielt und ihr zu jeder Strassenkreuzung eine Geschichte erzählen konnte, wie „Hier waren die Deutschen früher …“ oder „Das ist ein wichtiger historischer Ort, denn …“. Zufällig war auch er auf dem Weg nach Tanggu und ließ uns nun nicht mehr aus den Augen, denn er wollte uns sicher ans Ziel begleiten.

   

Schon während der Bahnfahrt erfuhren wir jedoch, dass auch Tanggu keinen Strand besitzt, sondern nur einen Fluß der im Meer mündet. Egal, nun waren wir schon einmal unterwegs und wollten uns das mal mit eigenen Augen anschauen. Schließlich wurde uns ein Strand am Fluß versprochen.

Na ja, da hatte jemand aber etwas übertrieben, denn ein Strand war da auch nicht. Die Flußpromenade war eine Betonwellt mit einem kleinen Rummel. Jedoch befand sich alles eher noch im Aufbau. Dennoch genossen wir unser Reispopcorn und machten uns bald wieder auf den Rückweg nach Tianjin.

 

Tianjin ist beeindruckend schön während des Abends. Die Kolonialgebäude am Flußufer sind hell erleuchtet und man fühlt sich ein wenig wie in Paris. Innerhalb 33 Minuten ging es dann wieder ins chinesisch-chaotische Beijing zurück.

Let's rock, Beijing!

Donnerstag, 17.05.2012

Mittwochabend sind Nathalie, Sarah, Anny und ich ganz unchinesisch zum Abendessen ins Hard Rock Cafe Beijing gegangen. Nach 4 Monaten chinesischem Essen muss ich gestehen, war das verdammt lecker.

 

Als Vorspeise haben wir uns alle zusammen eine riesen Portion Nachos mit fettigem Käse bestellt. Für unsere Chinesin Anny war es das erste Mal Nachos und ich glaube wir konnten sie (zumindest etwas) von dem guten amerikanischen Essen überzeugen.

Zum Hauptgang gab es natürlich, wie sollte es auch anders sein in einem Hard Rock Cafe, einen mega dicken Burger mit Pommes. Zuerst wollte ich ja meinem Gebot „in China gibt es nur chinesisches Essen“ treu bleiben und einen Peking Duck Burger essen, aber irgendwie kam mir die Kombination dann doch etwas komisch vor und bei den Preisen hatte ich keine Lust auf exotische Experimente.

Anny versuchte sich an sowas ähnlichem wie Kartoffelspalten und Nathalie hatte eine wirklich mächtiges Chicken Sandwich. Nur Sarah war etwas unglücklich mit ihrer Wahl. Gesundheistbewusst wie Sarah ist, bestellte sie sich einen Cesar Salad, der eigentlich nur aus Kopfsalat, ein paar Oliven und Parmesan bestand. Aber satt geworden sind wir alle. Die Atmosphäre ist wie in allen Hard Rock Cafes auf der ganzen weiten Welt, halt rockig mit leicht chinesischem Einschlag!

 

Adam Beyer hat nur für uns aufgelegt (und für die anderen 20 Gäste)

Sonntag, 13.05.2012

Die Ereignisse der letzten Woche in Bildern!

Letzte Woche haben wir uns in luftige Höhen begeben und zwar in die Atmosphere Bar im 80. Stock des China World Trade Centers. Die Bar war sehr luxuriös und die Cocktails, zumindest meiner, sehr lecker. Der einzige Nachteil war der nicht so schöne Ausblick, wegen dem wir doch eigentlich her gekommen waren. Beijing besitzt im Vergleich zu anderen Großstädten eher eine bescheidene Skyline, die einen nicht ins Staunen versetzt.

 

Da wir letztes Mal beim Grandmaster Flash einen tollen Abend hatten, wollten wir uns mal wieder ins Nachleben stürzen. Am Freitagabend trafen wir Mädels uns bei Nathalie, welche ein üppiges Abendessen vorbereitet hatte.

Voll gefuttert zogen wir zusammen ins Tango los, wo der Techno DJ Adam Beyer die Massen rocken wollte. Schon von außen sah der Club nicht so aus, als würde hier heute die Party des Jahrhunderts steigen. Noch verwirrter waren wir als wir versuchten den Eingang zum Club zu finden und plötzlich in einem riesigen KTV (Karaoke) Tempel standen, jedoch war von Adam Beyer weit und breit keine Spur zu sehen. Ein netter Mitarbeiter versuchte uns verständlich zu machen, dass wir her völlig falsch waren und setzte uns freundlicherweise in ein Taxi mit den Koordinaten für den „richtigen“ Club.

So viel mehr war dort jedoch auch nicht los und so warteten wir Mädels zusammen mit den ca. 20 anderen Gästen auf den Main Act des Abends. Der saß, nicht wirklich glücklich, in einer Ecke des Clubs und trank sich den Abend mit Champus schön. Ich kann ihn gut verstehen, denn der heutige Abend sollte das Asien Debüt des Schweden werden und startet bestimmt nicht ganz nach seinen Vorstellungen. Trotz des leeren Clubs schien er seine Musik zu genießen und so wippten auch wir noch eine Weile zu seinen Bässen.

Der nächste Tag weckte mich mit leichten Nieselregen. Und das ausgerechnet als wieder einmal einen Trip zur chinesischen Mauer geplant hatten. Denn heute ging es mit dem deutsch-sprachigen Club in Peking zum Huang Hua Cheng, dem „gelben Blüten Dorf“, wo während des Sommers tausende gelbe Blumen blühen. Die chinesische Mauer wird hier durch den Jin Tang See in drei Abschnitte geteilt. Einer Legende nach ließ der Kaiser den Baumeister Cai Kai köpfen, weil er zu viel Zeit und Geld in den Bau des Mauerabschnittes gesteckt hatte. Als der Kaiser zu einem späteren Zeitpunkt den Mauerabschnitt bei Huang Hua Cheng besuchte, musste er feststellen, dass die Konstruktion der Mauer besonders beständig (Jin) und stark (tang) war und er dem Baumeister Unrecht getan hatte. Als Zeichen seiner Hochachtung ließ er darauf die Zeichen Jin und Tang in einen Felsen meisseln. Na ob das dem Baumeister noch etwas nützt?

                        

Biene, Nathalie, Sarah und ich vertrieben uns den Nachmittag zusammen mit den anderen Deutschen ganz unerwartet bei schönstem Sonnenschein mit einem leckeren „deutschen“ Picknick und einer Bootsfahrt über den See. Natürlich bestiegen wir auch wieder einmal die Mauer, obwohl es verboten war, aber die Chinesen kann eh keine Absperrung abhalten. Gerne hätten wir noch etwas mehr Zeit in dieser Oase verbracht, aber um 15 Uhr ging es mit dem Bus wieder zurück in die hektische Großstadt.

 

Sonntag stand ganz unter dem Motto „Relaxen“. Sarah und ich trafen uns zu einem gemütlichen Picknick mit selbstgemachten Sandwiches von Sarah im Olympic Forest. Der Park gleicht wirkliche her einem Wald, der nördlich des Olympiastützpunktes liegt und eigens für die Spiele 2008 angelegt wurde. Leider meinte es das Wetter an diesem Tag nicht gut mit uns und wir mussten den Park aufgrund des einsetzenden Regens schon nach 2 Stunden verlassen.

 

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Ein Besuch im Park der "sich bewegenden Dinger"

Sonntag, 06.05.2012

Die Bilder vom tierischen Wochenden gibt es hier.

In Peking ist der Sommer angekommen und jeder Tag begrüßt uns mit schwitzigen 30°C. Daher werden die meine Aktivitäten auch immer weniger, denn bei der Hitze macht es keinen Spaß durch die Großstadt zu laufen. So verbringen Sarah, Nathalie und ich meistens unsere Abende nach der Arbeit gemeinsam im Park und schauen zu, wie sich die Chinesin an den neusten Tanzschritten probieren.

Am Samstag stand mal wieder Kultur pur im 798 Art District auf dem Programm zusammen mit meiner chinesischen Freundin Jeep, die eigentlich Wang Jee heißt und für den deutschen Pharmakonzern Böhringer Ingelheim arbeitet. Nach 5 Stunden geballter Kunst haben Sarah und ich dann den restlichen Tag im Park genossen und mal gar nichts gemacht, außer faul rum zu liegen und Kekse zu futtern. Ein herrlicher Tag.

Am Sonntagmorgen klingelte der Wecker um 5:30, denn heute besuchten Nathalie, Sarah, Biene, Anny und ich die wohl knuddeligsten Bewohner Chinas, die Pandas im Pekinger Zoo. Und da die Faulpelze nur zur morgendlichen Stunde aktiv sind und ansonsten den lieben langen Tag nichts anderes machen als schlafen und sich eventuell einmal von links nach rechts zu drehen, erstürmten wir den Zoo als er seine Pforten öffnete.

Habe im Internet &¨brigens diese niedliche und wahre Zitat gefunden, was ich euch nicht vorenthalten möchte:

I love Pandas, they're so chill. They're like: "Dude, racism is stupid. I'm white, black and asian."

 

Ich habe schon viel Horrorgeschichten über die Zustände und das Verhalten der Chinesen gegenüber den Zoobewohnen (oder sollte ich lieber Insassen sagen, würde es eher treffen) gehört, aber so richtig glaubt man anderen ja eh nie. Leider stellte sich alles als wahr heraus. Dazu muss man auch berücksichtigen, dass Tier auf Chinesisch "dong wu", also "sich bewegendes Ding" heißt. Die Käfige sind in einem erbärmlichen Zustand und noch erbärmlicher sind die armen Tiere. Die meisten Tiere sind auch hinter Scheiben, damit die lieben Zoobesucher die armen Tiere nicht mit Essen oder aber auch Gegenständen bewerfen können. Die Tieranlagen bestehen meist nur aus Beton oder Erde und bieten absolut keine Abwechslung für die Tiere. Die meisten Tiere haben kaum Fell (schätze sie leiden an diversen Hautekzemen) und bewegen sich stupide auf den immer selbe Pfaden in ihren Zwingern.

Kein schöner Anblick und daher haben wir auch schnell die Flucht ergriffen und sind in das Aquarium gegangen, welches einen besseren Ruf besitzt. Aber wir hätten es uns eigentlich denken können, auch hier wurden die Fische, unter ihnen Delphine und Beluga, in winzigen Becken gehalten. Sehr sehenswert und beeindruckend waren die unterschiedlich farbigen Qualen. Die hätten damals an der Ostsee bestimmt super auf dem Bauch meiner Mama ausgesehen oder was meinst du Mama?!

 

Mit voranschreitender Tageszeit nahmen die Menschenmassen zu und so entschieden wir uns den Zoo zu verlassen und bis zum Anfang des Tatortabends noch etwas im Park aus zu ruhen und eine Kleinigkeit zu Essen zu kochen bei Sarah.

Der Tatort selbst war mal wieder eine willkommende deutsche Abwechslung, die wir uns hätten gut sparen können. Denn der Tatort „Alles hat seinen Preis“ war sehr schleppend und so gar nicht fesselnd. Aber schön war es die Hauptstadt mal wieder zu sehen, wenn auch nur auf der Leinwand.

Die Woche zieht sich auch so dahin. Lustig ist es aber jeden Morgen die Outfits der Chinesen zu betrachten. Würde man versuchen das Wetter anhand der Klamotten der Chinesen zu erraten, würden die Temperaturwerte zwischen 5 und 25°C mit Regen liegen. Viele Chinesen haben trotz der sommerlichen Temperaturen noch immer ihre Pelzjacken und langen Unterhosen an. Andere wiederum ziehen so kurze Hosen oder Röcke an, dass der halbe Hintern herausschaut. Sehr beliebt sind jetzt auch knallige Farben. Von wegen kommunistisches Einheitsgrau! Umso bunter umso besser. Manchmal glaube ich auch es gibt einen Wettbewerb: Wer kann die meisten unterschiedlichsten Muster und Farben in einem Outfit kombinieren. Das beliebteste Outfit ist und bleibt jedoch der bunte Schlafanzug aufgepeppt mit Hauspuschen. Um nicht braun zu werden, spazieren die Chinesen jetzt meist mit Sonnenschirm durch die Stadt.

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36°C und es wird noch heißer ...

Freitag, 04.05.2012

Leider reguliert die Regierung nicht nur die Heizung, sondern auch die Inbetriebnahme der Klimaanlage. Daher heißt es schwitzen bis zum 15. Mai, ab da wird dann die Kälte freigegeben.

Echt verrückt die Chinesen :-)

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